Chorreise Bodensee / Appenzellerland
27 unternehmungslustige Männerchörler trafen sich am 4. Juli 2026 zur alljährlichen Chorreise in die Ostschweiz. Nach dem obligaten Wanderlied "Und wieder jagt mich der Reisetrieb..." startete der Car Richtung Rheintal.
Schon die Aussenansicht der Markthalle Altenrhein weckte unsere Aufmerksamkeit: vier goldene Kuppeln ragten in den Himmel. Zudem trat eine total verrückte Dachlandschaft ins Blickfeld und erste Fragen wurden laut: Wie ist es möglich, dass in unserer fast bis ins Letzte durchorganisierte und schriftlich dokumentierte Schweiz eine solche Baute realisiert werden konnte?
Anschliessend erlebten wir eine einmalig gute Führung durch dieses kuriose Gebäude: Wir erhielten Klarheit, warum unebene Böden, nichts Eckiges, kaum rechte Winkel, runde Fenster, monströse Säulen, unzählige farbige Keramiksplitter, und viele ungewohnte Materialien für den Bau verwendet wurde. Ins gleiche Kapitel gehört auch der unkonventionelle Fussgängerstreifen.
Wer in aller Welt kam schon auf diese verrückte Idee? Senkblei, rechte Winkel, Wasserwaage etc. waren beim Bauvorhaben verboten. Die Idee für diesen aussergewöhnlichen Bau kam von Herbert Lindemann in sehr enger Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Künstler Friedensreich Hundertwasser.
Nach der erstklassigen Führung durchs ganze Gebäude verspürten wir Hunger, welchen wir im Restaurant «Traube» in Horn stillen konnten. Schon wartete ein nächstes Highlight auf uns. Die Führung durch die Mosterei «Möhl» in Arbon wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben: unzählige riesige Eichenfässer (alle aus Schweizer Eiche!), turmhohe Chromstahlfässer, über 50 verschiedene Getränke und Säfte werden hier produziert und vieles mehr!
Nun steuerten wir Gais AR an: im Hotel Krone bezogen wir vor dem Nachtessen die Zimmer. Nach einem typischen Appenzeller-Znacht: Siedwurst mit Hörnli und Apfelmus, war noch geselliges Beisammensein angesagt.
Am Sonntag war das Wetter weiterhin stabil, sodass unserem Ausflug auf den «Hohen Kasten» nichts im Wege stand. Hier gab es verschiedene Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben: einige erforschten die nähere oder etwas weitere Umgebung, andere bildeten sich weiter, indem sie ihr Augenmerk auf die Flora richteten und wieder andere suchten das Drehrestaurant auf und klopften einen Jass! Nach einem sehr feinen Mittagessen hiess es schoin wieder Abschied nehmen. Auf der Talfahrt sangen wir in der dicht besetzten Kabine das Lied «Bajazzo». Viele Leute kannten das Lied und sangen mit! Ein schöner Moment!
Urnäsch war unsere letzte Station. Im Dorfmuseum erfuhren wir viel über die Appenzeller Bräuche. Auch hier kamen wir in den Genuss einer interessanten Führung. Nach einer Kaffeepause traten wir die Heimfahrt über die Schwägalp-Wattwil-Ricken-Gossau an. Mit Applaus dankten wir dem Chauffeur. Er meinte: «Ihr seid eine coole Truppe!»
Hier gibts einen Blick ins Fotoalbum.